Osternacht in Kaltennordheim: Jung & Alt vereint im bewegenden Anspiel

Gastbeitrag von Julia Otto

Am Samstagabend versammelten sich rund 60 Menschen in der St. Nikolaikirche in Kaltennordheim, um die Osternacht zu feiern.

Um 21 Uhr begann das Anspiel, das von Haupt- und Ehrenamtlichen sowie dem St. Albanuschor unter der Leitung von Jens Rauch musikalisch begleitet wurde.

Peter Schönherr spielte einfühlsam an der Orgel. Das Anspiel, das die Passionsgeschichte und die Auferstehung Jesu erzählte, wurde von Jung und Alt gemeinsam gestaltet.

Es war ein eindrucksvolles und bewegendes Erlebnis, das die tiefgreifende Botschaft dieser heiligen Nacht für die Anwesenden lebendig machte.

In der Dunkelheit der St. Nikolaikirche zogen alle Mitwirkenden gemeinsam durch das Kirchenschiff zum Altar. Es war der Beginn einer feierlichen und doch bewegenden Nacht, in der die Jünger, gespielt von sechs Konfis, sich um ein Feuer versammelten.

In einem tief berührenden Dialog sprachen sie über den Verlust von Jesus und ihre Unsicherheit in dieser dunklen Zeit. Im Hintergrund erklang der Chor mit dem Lied „Bleibet hier und wachet mit mir“ (EG 700), das die Stimmung der Erschöpfung und Trauer unterstrich.

Es folgte eine Lesung aus dem Markus-Evangelium (15, 33-39), die die Kreuzigung Jesu und die Dunkelheit, die das Land umhüllte, nachzeichnete. Anita Anders und Christof Zehner trugen die dramatischen Worte vor und luden die Gemeinde zur stillen Einkehr ein.

Der Höhepunkt des Anspiels war der feierliche Einzug der Osterkerze. Vakanzkoordinatorin Nadja Ramisch zog zusammen mit drei Jugendlichen durchs Kirchenschiff, die die am Osterfeuer entzündete Kerze mitbrachten.

In diesem Moment durchbrach das Licht die Dunkelheit der Kirche. Die Konfirmanden übergaben das Licht der Osterkerze symbolisch an die Anwesenden weiter, die zu Beginn eine eigene kleine Osterkerze erhalten hatten.

Mit jedem weiteren entzündeten Licht wuchs die Helligkeit der Kirche, ein kraftvolles Symbol für den Übergang von der Dunkelheit des Todes zum strahlenden Licht der Auferstehung – ein Zeichen der Hoffnung. Dann erklang der Osterruf freudig und beschwingt, von einem Kind gerufen: „Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja, gelobt sei Gott!“

Im zweiten Abschnitt des Anspiels, den „Nachtgedanken der Frauen“, nahmen drei Frauen die Rollen jener an, die am Morgen nach Jesu Tod zum Grab gingen, um seinen toten Körper zu salben.

Ihre Gedanken über die Dunkelheit, die den Tod Jesu umgab, mischten sich mit der Hoffnung, die sie bald finden würden.

Die Ankündigung der Auferstehung durch den Engel „Entsetzt euch nicht! Jesus ist auferstanden!“ war die Botschaft, die der Feier eine Wendung zur Hoffnung gab.

Der Abschluss des Anspiels bot allen, die es wünschten, einen stillen Moment der Zuwendung zur persönlichen Salbung. Jeder, der wollte, erhielt das Salbkreuz mit Mandarinöl auf die Stirn oder in die Handfläche, begleitet von der Verheißung neuen Lebens und des Lichts.

Nadja Ramisch sprach dazu: „Balsam für die Seele, Wohlgeruch für die Lebenden – das wollen wir weitergeben, in Erinnerung an die Frauen damals. Gott segne dich mit seiner Liebe und schenke dir die Freude des Ostermorgens.“

Für den Nachhauseweg erhielten Groß und Klein einen Schokoladen-Osterhasen – ein kleines, süßes Geschenk zum Abschluss der Osternacht.

Dieses Anspiel der Osternacht war eine besondere Möglichkeit, das Geheimnis von Passion und Auferstehung in einer besonderen Gemeinschaft zu erleben.

Das Licht der Osterkerze begleitete alle nach Hause, als Zeichen der Hoffnung und des neuen Lebens, das mit der Auferstehung von Jesus beginnt.